Helmholtz-Medaille für Dr.-Ing. Werner Schirmer

Herr Dr.-Ing Werner Schirmer (2. von rechts)

Herr Dr.-Ing. Werner Schirmer wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet

Mit Stolz und Genugtuung können wir berichten, dass Herr Dr.-Ing. Werner Schirmer die Helmholtz-Medaille der Deutsche Gesellschaft für Akustik 2007 für sein Lebenswerk verliehen bekommen hat. Das war für uns alle ein sehr bewegender Moment.

Die Laudatio hielt Herr Dr. Kracht.

Einige Auszüge aus der Laudatio

"Herr Vorsitzender,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Dr. Schirmer

Als ehemaliger Mitarbeiter in der von Dr. Schirmer ab 1964 über 25 Jahre in Dresden geführten Leitstelle für Lärm- und Schwingungsabwehr ist es mir eine große Freude und Ehre, Ihnen Herr Schirmer, zur Auszeichnung mit der Helmholtz-Medaille der DEGA zu gratulieren. Gewürdigt wird damit Ihr Engagement, Ihre Beiträge und natürlich auch die Arbeit der Leitstelle als Ganzes zur Organisation und Durchsetzung des Lärmschutzes im Arbeits- wie im Freizeitbereich und zur Lärmminderung an Maschinen und Anlagen in dieser Zeit ebenso wie Ihre bis heute andauernde Ingenieurarbeit auf vielen Gebieten der Akustik und Schwingungstechnik."
"Zunächst jedoch für jene, die Sie nur als Herausgeber der "Lärmbekämpfung", der "Technischen Lärmbekämpfung" und Mitherausgeber des "Taschenbuches Akustik" kennen, Stationen Ihres beruflichen Lebens:

  • Studium Elektrotechnik an der TH  Dresden 1951 bis 19 56.     
  • anschließend bis 1963 Assistent von Prof. Reichardt im Institut für Raum- und Bauakustik
  • Promotion 1966 mit einer von Prof. Reichardt betreuten Arbeit zur
  • "Stereophonen Übertragung mit Kopfhörerwiedergabe zur Ermittlung der Hörsamkeit von Räumen"
  • ab 1964 Leiter eines Schallschutz-Ingenieurbüro mit der Funktion einer Leitstelle für Lärm-und Schwingungsabwehr (LSA), das dem Betrieb "Schwingungstechnik und Akustik Dresden" (SAD) angeschlossen war.
  • 1971 Überleitung des Ingenieurbüros  durch Sie in das  Zentralinstitut für Arbeitsschutz Dresden und Umwandlung in eine Forschungsabteilung mit den Forschungsgruppen Lärmabwehr (Leiter : Dr. Költzsch), Schwingungsabwehr (Leiter : Dr. Meltzer) und Meßtechnik (Leiter Dr. Lotze)
  • 1991 Übernahme als Forschungsgruppenleiter in die BAuA, Außenstelle Dresden
  • 1993 wissenschaftlicher Leiter bei KÖTTER Beratende Ingenieure Rheine, Berlin und Dresden, später 5 Jahre Geschäftsführer der KBI Schallschutzberatung GmbH Dresden
  • 01.01.2007 Gründung des Ingenieurbüros "Schirmer GmbH, Beratende Ingenieure" mit seinem Sohn Dipl.-Wirtsch.-Ing. Hartmut Schirmer als Geschäftsführer."

"Das von Herrn Dr. Schirmer ab 1964 geleitete Ingenieurbüro hatte mit seinem Status alsLeitstelle für Lärm- und Schwingungsschutz in der Industrie der DDR die Aufgabe, die Lärm- und Schwingungsabwehr und ihre wissenschaftlich - technischen Grundsätze  für die Industrie zu entwickeln und  deren Durchsetzung zu koordinieren, die Prognosearbeit, Forschung- und Entwicklungsaufgaben und  insbesondere mit ihren 20 Ingenieuren selbst Beratungstätigkeit auf diesem Gebiet  für die Industrie durchzuführen.
Die Übernahme der Leitung  von LSA 1964 durch Herrn Schirmer erfolgte nahezu zeitgleich mit dem Erscheinen von TGL 10687 Blatt 2 mit Forderungen zu höchstzulässigen Lärmpegeln an Aufenthaltsorten von Menschen. Hieraus entwickelte sich ein großer Bedarf an Beratung und ingenieurtechnischen Lösungen. Aus den Erfahrungen bisheriger Arbeit sowie zielgerichteten Untersuchungen entstanden Grundsatzlösungen, Auslegungsunterlagen und Dimensionierungsvorschriften u.a. für schallabsorbierende Kanäle, poröse Absorber, Reflexionsschalldämpfer, zur Schallausbreitung in Werkhallen, Schallschirmen u.ä."

... 

"Dr. Schirmer nahm über seine Tätigkeit mit den Professoren Kraak, Fasold, Schuschke und Dieroff im "Zentralen Arbeitskreises Lärmschutz und Lärmbekämpfung" beim Ministeriums für Wissenschaft und Technik sowie als stellvertretender Vorsitzender der von Prof. Junghans geleiteten Zentralen Arbeitsgemeinschaft Lärmschutz der KdT maßgeblich Einfluß auf die von diesn Gremien erarbeiteten Orientierungsprogramme, in denen Schwerpunkte der Forschung, Entwicklung und Umsetzung von Lärmschutzprojekten aufgelistet wurden und Eingang in die Pläne "Wissenschaft und Technik" der Ministerien fanden.
Dabei konnte er sich auf die Erfahrungen und Forderungen der Fachkollegen aus den Industriezweigen und Kombinaten stützen, die sich im Koordinierungsausschuß "Lärmbekämpfung an Maschinen" jährlich zum Informations- und Erfahrungsaustausch trafen. Eine weitere Orientierungshilfe für diese Planaufgaben war die in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Gesundheitswesen erarbeitete Rangfolge der dominierenden Lärmquellen in der Industrie.
Durch die Mitwirkung am postgradualen Studium Schallschutz, das es in den Jahren 1972 bis 1990 an der TU Dresden gab, sowie die Betreuuung von 6 Promotionsarbeiten wurden die Grundlagen zum Lärmschutz z.B. zum Einsatz der Modelltechnik bei der Lärmminderung an Maschinen erweitert.
An der Technischen Akademie Esslingen und im VDI Wissensforum werden die Lehrgänge zum technischen Lärmschutz auch weiterhin durch Dr. Schirmer weitergeführt.
Ein Einwand sei zum Schluß benannt: Die Helmholtz-Medaille wird zur Würdigung des Lebenswerkes von der DEGA verliehen. Wie ich eingangs schon sagte, arbeitet Dr. Schirmer
seit Anfang diesen Jahres im eigenen Ingenieurbüro, das sein Sohn Hartmut als Geschäftsführer leitet. Wer Werner Schirmer kennt, weiß, daß er sich nicht zur Ruhe setzen wird. Er wird uns also auch zukünftig als Mitstreiter im Kampf gegen den Lärm erhalten bleiben und ich freue mich auf neue, originelle Lösungen von ihm, denn wie sagte ein Freund letztens zu mir:
"Leise genug wird es nie" und wie ich Dr. Schirmer kenne, wird er es als Herausforderung nehmen und weiter tätig sein. Hierzu wünsche ich ihm Gesundheit und Schaffenskraft."
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